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Neu am Mühlenpark: Lok und Lore im Kreisel


Das neue Kreiselkunstwerk in der im Volksmund sog. Bärenschweiz ist auch ein Fingerzeig, von der B 266 auf die B 477 abzuzweigen, um sich in Mechernich einmal den Untertagebereich des Bergwerksmuseums anzusehn. Bild: ProfiPress

Lok und Lore stammen ursprünglich aus dem Satzveyer Ton- und Kaolin-Abbau. Die Bergwerkslokomotive, die jetzt die Mitte des neuen Kreisverkehrs an der früheren Kreuzung B 266/B 477 am Mühlenpark ziert, ist aber baugleich mit jenen Loks, die am Mechernicher Bleiberg auf der so genannten „Blitz-strecke“ zwischen dem Tagebau „Virginia“ und dem Schafsberg eingesetzt wurden.
Lok und Lore, so berichtete Friedrich Hunsicker vom Verein der Berg- und Hüttenleute am Rande der Kreiseleinweihung, sind insofern authentisch und historisch für den Bleierzabbau am Mechernicher Bleiberg.

Die beiden Fahrzeuge wurden jetzt von dem Erftstädter Künstler Jan Schlesinger mit Hilfe von Bauhof, Toms Kranverleih und dem Wallenthaler Metallbaubetrieb Joachim Urfell inmitten des neuen Kreisverkehrs installiert. Und zwar auf einem Betonbogen, der in Richtung Mechernich und Bergbaumuseum weist, und der seinerseits die Spitze einer Bergmanns-Spitzhacke symbolisiert. Das Loch in dem Betonträger weist auf die Abbaustollen im Bergbau hin.

„Erzähle mir von deinen Kreisverkehren und ich sage dir, wo du wohnst“, meinte Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zur Eröffnung. Kreisverkehre würden gerne genutzt, um auf Sehenswürdigkeiten einer Region hinzuweisen. Nachdem die Stadt den Kreisverkehr an der B 477 an den Vierwegen dem Freundeskreis Nyons-Mechernich zugestanden hatte, um auf die bald 40 Jahre währende Städtefreundschaft symbolisch hinzuweisen, seien jetzt die Berg- und Hüttenleute und das Bergbaumuseum Mechernich an der Reihe gewesen, um im Kreisverkehr an der viel befahrenen B 266 auf sich aufmerksam zu machen.


Der Erftstädter Künstler Jan Schlesinger hofft, dass er ein klar erkennbares und wenig interpretationsbedürftiges Kunstwerk abgeliefert hat, dessen Sinn und
Intention sich auch Autofahrern im flüchtigen Vorbeifahren erschließen: Foto: ProfiPress
Ohne Sponsoring hätte die Stadt den Kreisverkehr am Mühlenpark nicht gestalten können, so der Bürgermeister. Dr. Hans-Peter Schick würdigte daher das entsprechende Engagement der „Deutschen Mechatronics“, einem Nachfolgebetrieb des Lahmeyer-Konzerns in Mechernich und damit letztlich der Baugesellschaft für elektrische Anlagen und der Baugesellschaft für den Waggonbau, zwei Nebenbetrieben aus der Blütezeit des Mechernicher Bergbaus. „Aus diesem Grunde besteht zwischen unserer Firma und dem Denkmal Verbundenheit“, sagte Mechatronics-Geschäftsführer Wolfgang Bürmann.

An die 2000-jährige Bergbaugeschichte am Bleiberg erinnert jetzt nicht nur das Bergbaumuseum mit Untertagebereich in Mechernich, sondern auch der Kreisverkehr in der im Volksmund so genannten „Bärenschweiz“. Das Bergbaumuseum Mechernich hat übrigens täglich außer montags geöffnet und zwar werktags von 14 bis 16 und sonntags von 11 bis 16 Uhr. Täglich um 14 Uhr gibt es eine Führung in den Untertagebereich, ansonsten kann man weitere Gruppenführungen auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten mit der Museumsmannschaft ausmachen: Tel. 02443/48 697.

pp/Agentur ProfiPress


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„Kinder werden wahrscheinlich denken, die Stadt Mechernich habe der guten alten Emma von Jim Knopf und Lukas, dem Lokomotivführer, nun endlich ein Denkmal gesetzt“, scherzte Dr. Michael Thalken vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ in seinem Bericht über die Gestaltung des neuen Kreisverkehrs an den Bundesstraßen B 266 und B 477 am Mechernicher Mühlenpark.


Foto: PROFIPRESS
Doch der Erftstädter Künstler Jan Schlesinger nannte den Einweihungsgästen natürlich die wahren Hintergründe für die Kreiselgestaltung mit einem von ihm geschaffenen Kunstwerk: „Mit der Platzierung einer Lokomotive aus der Zeit der Bleierzförderung sollen die Vorbeifahrenden auf die Stadtgeschichte aufmerksam gemacht werden.“ Ein Problem für den Künstler war es, ein Objekt zu schaffen, das der Autofahrer im Vorüberfahren wahrnehmen kann, ohne dass seine Konzentration dadurch gefährdet wird. „Die Lokomotive ist von ihrem Arbeitsplatz und Arbeitsprozess befreit und in eine Position auf den Kreisel gebracht, sodass sie anders aktiv wird. Sie ist nicht als totes Att-ribut der Geschichte mumifiziert, sondern beflügelt die Fantasie des Betrachters, gibt ihm Impulse, damit er über die Geschichte nachdenkt“, erläuterte Schlesinger sein Werk.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick freute sich, dass mit der Kreisverkehrgestaltung nun an die 2000-jährige Bergbautradition Mechernichs erinnert werde, deren Spuren in der Region noch immer zu finden seien. „Auf Spandau“, wie das Mechernicher Bergwerk wenig schmeichelhaft in Anlehnung an die preußische Strafanstalt nahe Berlin einmal genannt worden war, wurde Silvester 1957 die letzte Schicht gefahren. Dann übernahm die Bundeswehr den Bleiberg.


Vertreter von Rat und Verwaltung, Firmen und Bergwerksmuseum nahmen das gerade errichtete Bergbaudenkmal im Innenraum des Kreisverkehrs an der früheren Kreuzung B 266/B 477 erstmals in Augenschein. Dabei sprach Mechernichs Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick von der reichen Bergwerkstradition am Bleiberg, aber auch von der originären Aufgabe von Kreisverkehren, nämlich neuralgische Unfallschwerpunkte zu entschärfen und für einen zügigeren Verkehrsfluss zu sorgen. Foto: Manfred Lang/AGENTUR PROFIPRESS

Bürgermeister Schick erinnerte bei einer Ansprache im Glashaus des Mühlenparks aber auch daran, warum Kreisverkehre in erster Linie gebaut werden, nämlich um brisante Verkehrssituationen zu entschärfen und Gefahrenpunkte zu beseitigen. Noch nach dem Krieg seien Kreisverkehre, wie in Frankreich, so auch in Deutschland, obligatorisch gewesen, ehe sich eine Lobby für Ampelkreuzungen durchgesetzt habe.
Helmut Nikolaus, so lobte Bürgermeister Schick den früheren Chef des Landesbetriebs Straßenbau in Euskirchen, habe den sichereren Kreiseln, die auch noch einen reibungsloseren Verkehrsfluss ermöglichen, hierzulande wieder zum Durchbruch verholfen.

Bernd Egenter vom Landesbetrieb erklärte den Anwesenden - darunter auch Mitglieder des Fördervereins für das Bergbaumuseum, der an der Idee, eine Lokomotive auf dem Kreisverkehrsplatz zu montieren, wesentlichen Anteil hatte - dass weitere Kreisverkehre in Mechernich gebaut werden sollen. Allein vier an der Bundesstraße 477 und zwar am Anfang (Einmündung der von Strempt kommenden Kreisstraße 81) und am Ende (Kreuserstift/Bahnstraße) des geplanten Durchstichs durch den Bahnhofsberg, am Abzweig Peterheide und am Abzweig Turmhofstraße.

pp/Agentur ProfiPress